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Taskforce Culture: Der Kultursektor braucht Klarheit und einheitliche Regeln

Der Kultursektor kann nachvollziehen, dass zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie einschneidendere Massnahmen notwendig sind. Diese werdenaber viele Kulturschaffende und Kulturunternehmen endgültig existenziell gefährden. Staatliche Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeiten müssen mit rascher und unbürokratischer finanzieller Hilfe abgefedert werden. Der Einbezug der Kulturverbände auf allen Ebenen der Staatsorganisation (Bund, Kantone und Gemeinden) ist wichtiger denn je.

 

Die vier Hauptforderungen der Taskforce Culture

-Schweizweit einheitliche Regelungen für Kulturveranstaltungen

-Einbezug der Kulturverbände bei der Ausgestaltung der gesamtwirtschaftlichen Massnahmen (Kurzarbeit, Corona-Erwerbsersatz)

-Frühzeitige Information der Kulturverbände über Pandemiemassnahmen und Einbezug bei der konkreten Umsetzung

-Rasche und unbürokratische Leistung der versprochenen finanziellen Unterstützung

 

Es ist nachvollziehbar, dass Bund und Kantonehandeln müssen, um die rasant zunehmende Verbreitung von Covid-19 zu stoppen. Auch der Kultursektor will keine überfüllten Intensivstationen und keine Überlastung der Gesundheitsfachpersonen. Ihnen gilt unser allergrösster Respekt. Daher hat die Schweizer Kulturbranche seit dem ersten Lockdown die Massnahmen des Bundes engagiert umgesetzt, funktionierende Schutzkonzepte erarbeitet und konsequent angewendet. Nur selten stecken sich Menschen bei Kulturanlässen an.

 

Die Situation ist ernst

Für die Kulturschaffenden (dazu gehören auch Fachpersonen im Bereich Veranstaltungstechnik), die Kulturunternehmen (z.B. Veranstaltende), aber auch Zulieferer (z.B. Catering-Services) werdenein erneuter Lockdown oder weitere Einschränkungen von Veranstaltungen existenziell bedrohlich. Der Kultursektor besteht aus zahlreichen Selbstständigerwerbenden oder befristet Angestellten. Es sind Kleinstunternehmer*innen, die allfällige Ersparnisse während dem ersten Lockdown aufgebraucht haben. Die Veranstaltenden sind auf Einkünfte angewiesen, oder sie müssen ihren Betrieb dauerhaft einstellen. Die momentan herrschende Unsicherheit macht das Planen von Veranstaltungen unmöglich. Die Sponsorensuche ist deutlich erschwert, wenn keine Anlässe mehr stattfinden oder das Risiko hoch ist, dass geplante Veranstaltungen abgesagt werden müssen.


Unterstützungsmassnahmen braucht es jetzt
Die Unterstützungsmassnahmen für Kulturschaffende, Kulturunternehmen und Kulturvereine im Laienbereich gemäss der Covid-19-Kulturverordnung sind eine gute Grundlage für die Weiterführung von Finanzhilfen und den Erhalt der kulturellen Vielfalt. Nun müssen sie aber auch rasch umgesetzt resp. weitergeführt werden. Leider haben aber viele Kantone die Ausfallentschädigungen für das letzte halbe Jahr noch nicht oder nur zum Teil ausbezahlt. Die zentral organisierte Nothilfe durch Suisseculture Sociale hat dagegen gut funktioniert, was besonders für die zahlreichen Freischaffenden aus dem Kulturbereich überlebenswichtig war und sein wird.


Entscheidend wird in den nächsten Monaten aber auch sein, wie der Erwerbsersatz umgesetzt wird. Bisher liegt noch keine entsprechende Verordnung vor, obwohl die Betroffenen seit dem 16. September keinen Erwerbsersatz mehr erhalten. Die Zeit drängt. Dabei ist es für die Kulturbranche unabdingbar, dass nicht nur Einbussen durch Veranstaltungsverbote entschädigt werden, sondern auch die Einbussen in Folge der fehlenden Buchungen. Für Angestellte dagegen wird die Kurzarbeit zentral sein.


Weiter ist eine rasche Umsetzung der Härtefall-Massnahmen für Unternehmen (Art. 12 Covid-19-Gesetz) überlebensnotwendig. Wann fliessen die versprochenen Gelder? Im Frühjahr wird es für viele zu spät sein.


Zu grosse Unsicherheit für die Kultur
Die gegenwärtige Lage ist für den Kultursektor zwiespältig. Es wurde viel investiert in Schutzkonzepte und deren Umsetzung. So konnten Kulturprojekte und Veranstaltungen im Sommer/Herbst sicher durchgeführt werden. Gleichzeitig ist in der gegenwärtigen Situation eine grosse Verunsicherung spürbar, auch beim Publikum. Es fragt sich, ob es angesichts der aktuellen Lage überhaupt noch vertretbar ist, Kulturanlässe durchzuführen.


Immer mehr Kantone schliessen Kultureinrichtungen oder erlassen die unterschiedlichsten Regeln zur Einschränkung kultureller Aktivitäten. Der Kultursektor benötigt Klarheit von Seiten der Behörden und schweizweit einheitliche Regelungen, um überhaupt vernünftig planen zu können. Auch die Vereine der Laienkultur müssen wissen, welche Bedingungen für ihre Vereinstätigkeiten wie beispielsweise Proben gelten.

 

 

Für Rückfragen:
• Sandra Künzi, Präsidentin t. Theaterschaffende Schweiz, +41 76 338 23 43, sandra.kuenzi@tpunkt.ch
• Alex Meszmer, Geschäftsführer Suisseculture, +41 76 495 92 26, alexmeszmer@suisseculture.ch
• Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer Swiss Music Promoters Association (SMPA), +41 79 355 05 79, stefan.breitenmoser@smpa.ch
• Christian Jelk, vice-président Visarte, +41 78 769 25 45, Christian.jelk@visarte.ch

 

Die Mitglieder der Taskforce Culture: Olivier Babel (LIVRESUISSE), Stefan Breitenmoser (SMPA – Swiss Music Promoters Association), David Burger (MMFS – MusicManagersForum Suisse), Regine Helbling (Visarte – Berufsverband visuelle Kunst Schweiz), Liliana Heldner (DANSE SUISSE – Berufsverband der Schweizer Tanzschaffenden), Christian Jelk (Visarte – Berufsverband visuelle Kunst Schweiz), Sandra Künzi (t. Theaterschaffende Schweiz), Alex Meszmer (Suisseculture), Marlon Mc Neill (IndieSuisse – Verband unabhängiger Musiklabels und - produzent*innen, SMECA – Swiss Media Composers Association), Jonatan Niedrig (PETZI – Verband Schweizer Musikclubs und Festivals), Nicole Pfister Fetz (A*dS – Autorinnen und Autoren der Schweiz, Suisseculture Sociale), Rosmarie Quadranti (Cultura), Nina Rindlisbacher
(SMR – Schweizer Musikrat), Beat Santschi (SMV – Schweizerischer Musikerverband, die Schweizer Musiker*innengewerkschaft, Christoph Trummer (SONART – Musikschaffende Schweiz)

 

 

zur Version als PDF: http://www.smpa.ch/data/File/dokumente/mm/mm_tf_culture_corona_25.10.20_de.pdf

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