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Kein griffiges Rezept gegen Schwarzmarkt-Tickets

 

Dem Schwarzmarkt für Konzerttickets soll ein Riegel geschoben werden, fordert die Stiftung für Konsumentenschutz. Der Branchenverband der professionellen Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter SMPA begrüsst dies, hält jedoch die vom Konsu-mentenschutz geforderten Massnahmen für ungeeignet.

 

Im März 2009 sorgte der Ticketverkauf im Vorfeld des AC/DC-Konzerts in Zürich für rote Köpfe: Nach nur 29 Minuten waren sämtliche Tickets weg, kurz danach tauchten überteuerte Angebote auf Internetauktionsplattformen auf – viele Fans waren frustriert. In der Folge verlangte die Stif-tung für Konsumentenschutz SKS nach verschiedenen Massnahmen, u.a. um den Schwarz-markt zu unterbinden.

 

Schalter, Telefon oder Internet?

Erste zentrale Forderung der SKS: Tickets für Grosskonzerte sollen nicht nur über Telefon-Hotlines und Internet erhältlich sein, wie das ausnahmsweise beim erwähnten AC/DC-Konzert der Fall gewesen war, sondern immer auch an Schaltern verkauft werden, evtl. sogar aus-schliesslich an Schaltern oder dort schon ab einem früheren Zeitpunkt. Dies würde nach An-sicht der SMPA einen Rückschritt in die Vergangenheit bedeuten, denn für den Branchenver-band der Konzertveranstalter ist klar: Der Ticketverkauf via Telefon und Internet ist nicht nur am fairsten und am konsumentenfreundlichsten, er ist auch am ökologischsten.

Der von der SKS geforderte Schritt würde zu einer Benachteiligung der ländlichen Bevölkerung führen, für die der Besuch eines Verkaufsschalters mit einem erheblich grösseren Aufwand verbunden sein kann als für den städtischen Teil der Bevölkerung. Benachteiligt würden auch erwerbstätige Personen, die von der Arbeit fernbleiben müssten, um sich an einem Schalter Tickets zu sichern.

 

Grosse Hallen und Stadien fehlen
Zudem bleibt auch beim Schalterverkauf das grundlegende Problem bestehen: Kurze Zeit nach Verkaufsbeginn können bei besonders attraktiven Konzerten die Tickets ausverkauft sein, denn die Nachfrage ist in diesen Fällen immer grösser als das Angebot. Damit verbunden ist das Platzproblem, mit dem sich Konzertveranstalter in der Schweiz konfrontiert sehen: Grosse, spe-zifisch auf Konzerte ausgerichtete Hallen und Stadien fehlen, die bestehenden grösseren Loca-tions wie beispielsweise das Hallenstadion Zürich oder die Arena Genf sind – gemessen an der Ticketnachfrage bei Auftritten von Top-Acts – zu klein. Allgemein ist festzuhalten, dass in der Schweiz beim Bau oder Umbau grosser Sporthallen und -stadien zu wenig auf die heutigen Bedürfnisse für Konzertveranstaltungen geachtet wird.


Personalisierung zu aufwändig
Des Weiteren fordert die SKS personalisierte Tickets. Diese Massnahme ist aufgrund der Hooligan-Problematik bei Sportveranstaltungen sinnvoll. Bei Konzerten hingegen lässt sich der im-mense Zusatzaufwand, der damit verbunden wäre, nicht rechtfertigen: Nicht nur sind die gängi-gen Ticketsysteme nicht für das Ausstellen personalisierter Tickets eingerichtet, auch bei den bedienten Vorverkaufsstellen und schliesslich bei der Eingangskontrolle zum Konzert wäre der Mehraufwand enorm. Erhöhte Ticketpreise wären die Folge, was weder im Sinn der Konzertbesucher noch im Sinn der SMPA ist. Zudem könnten verhinderte Personen ihre Tickets nicht mehr einfach an einen Freund weiterreichen.

 

Internationale Massnahmen nötig
Praktikabel ist bei Grosskonzerten die ebenfalls von der SKS vorgeschlagene Einschränkung der höchstmöglichen Zahl pro Person erhältlicher Tickets, beispielsweise auf vier Billette. Derar-tige Limitierungen kommen auch heute bereits zur Anwendung. Allerdings bleibt die Frage of-fen, aufgrund welcher Kriterien festgelegt werden soll, bei welchem Anlass von einem Gross-konzert gesprochen werden soll.

Tatsächlich greifen die heutigen Massnahmen gegen den Schwarzmarkt zu wenig. Allerdings ist die SMPA der Ansicht, dass sich die Probleme nicht durch die erwähnten Strategien lösen las-sen. Vielmehr wäre ein Ansatz vonnöten, der über die Grenzen der Schweiz hinausgeht.

 

Zur SMPA

Die Swiss Music Promoters Association (SMPA) ist der Branchenverband der professionellen Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter. Der 1991 ins Leben gerufene Verband zählt 25 Mitglieder, die Jahr für Jahr gegen 1000 Veranstaltungen verschiedenster Art organi-sieren. Die SMPA-Mitglieder setzen jährlich Tickets im Wert von knapp 200 Mio. Franken um.

Die SMPA fördert nicht nur den Austausch unter ihren Mitgliedern und vertritt deren Interessen gegen aussen, sie steht auch Dritten als Ansprechpartner zur Verfügung.

 
Rückfragen bitte an:

Stefan Breitenmoser
Geschäftsführer SMPA
stefan.breitenmoser@smpa.ch
Tel. 071 220 84 40
 

Dokumente
mime mm_smpa_ticketverkauf.pdf
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Was ist die SMPA?

Bereits 1991 haben sich die grössten Schweizer Veranstalter von Konzerten, Shows und Festivals zum Branchenverband SMPA zusammengeschlossen. Die mittlerweile 25 Mitglieder setzen über 80% der in der Schweiz verkauften Konzert-, Show- und Festivaltickets ab. Sie organisieren jährlich mehr als 1'000 Veranstaltungen verschiedenster Art mit 500 – 250'000 Besuchern, verpflichten dafür gesamthaft rund 2'300 Künstler und setzen Tickets im Gegenwert von mehr als 250 Millionen Franken um.

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